Bevor ein Test tatsächlich ausgeführt werden kann, muss er vorbereitet werden. Genau hier kommt die Testrealisierung ins Spiel – eine Phase, die im Testprozess oft unterschätzt wird, aber entscheidend für die Qualität und Effizienz der gesamten Testdurchführung ist.
In diesem Beitrag verrate ich dir, was unter Testrealisierung zu verstehen ist, welche Aufgaben dazugehören und wie sie sich von der Testdurchführung unterscheidet.
Die Testrealisierung ist die Umsetzungsphase zwischen Testentwurf und Testdurchführung.
In dieser Phase werden die zuvor konzipierten Testfälle konkret ausgearbeitet, automatisiert und vorbereitet, sodass sie später effizient ausgeführt werden können. Ohne eine gute Testrealisierung ist eine strukturierte Testdurchführung später kaum möglich.
Typische Aufgaben in der Testrealisierung
In der Praxis umfasst die Testrealisierung eine Reihe technischer und organisatorischer Schritte. Dazu gehören unter anderem:
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Erstellung und Detaillierung der Testfälle
– Aus den Anforderungen oder dem Testkonzept werden ausführbare Testfälle abgeleitet. -
Aufbau der Testumgebung
– Einrichten von Testdatenbanken, Testservern, Browserkonfigurationen oder mobilen Geräten. -
Automatisierung der Testfälle
– Schreiben von Testskripten, z. B. mit WebdriverIO, Selenium oder Playwright. -
Verwaltung der Testdaten
– Erstellen, Anonymisieren oder Generieren von Daten, die für die Testausführung benötigt werden. -
Verknüpfung mit Anforderungen (Traceability)
– Jeder Testfall sollte einer konkreten Anforderung zugeordnet sein, um sicherzustellen, dass alle Funktionen abgedeckt werden.
Ziel der Testrealisierung
Das Ziel ist klar:
Eine vollständig vorbereitete Testbasis zu schaffen, mit der die nachfolgende Testdurchführung problemlos ablaufen kann.
Dazu gehört:
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Alle Testfälle liegen ausführbar vor.
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Die Testumgebung ist stabil und zugänglich.
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Alle Testdaten sind vorhanden und konsistent.
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Automatisierte Tests können ohne manuelle Eingriffe gestartet werden.
Wenn diese Punkte erfüllt sind, kann die Testdurchführung effizient und reproduzierbar erfolgen – egal, ob manuell oder automatisiert.
Abgrenzung zur Testdurchführung
Die Testdurchführung folgt direkt auf die Testrealisierung.
Während die Realisierung die Vorbereitung darstellt, ist die Durchführung die aktive Ausführung der Tests.
| Phase | Fokus | Ergebnis |
|---|---|---|
| Testrealisierung | Vorbereitung und Erstellung der Tests | Fertige Testfälle und Testumgebung |
| Testdurchführung | Ausführen der Tests | Testergebnisse und Fehlermeldungen |
Die Qualität der Testdurchführung hängt also maßgeblich davon ab, wie gut die Testrealisierung durchgeführt wurde. Wenn hier unvollständige Skripte, fehlerhafte Testdaten oder unklare Testfälle existieren, kommt es später zu unzuverlässigen Ergebnissen oder unnötigem Mehraufwand.
Mehr Informationen in diesem Beitrag: Testdurchführung
Beispiel aus der Testautomatisierung
Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis:
In der Testrealisierung eines Webprojekts erstellst du mit WebdriverIO automatisierte Tests, die prüfen, ob ein Benutzer sich korrekt einloggen kann.
Du richtest die Browserumgebung ein, legst die Testdaten fest (z. B. gültiger Benutzername und Passwort) und stellst sicher, dass der Test jederzeit reproduzierbar ausgeführt werden kann.
In der darauffolgenden Testdurchführung wird dieser Testlauf gestartet – entweder lokal oder über ein CI/CD-System wie Jenkins. Das Ergebnis zeigt, ob der Login tatsächlich funktioniert oder ein Fehler im System vorliegt.
Fazit
Die Testrealisierung ist weit mehr als nur eine technische Vorbereitung.
Sie bildet das Rückgrat eines erfolgreichen Testprozesses und stellt sicher, dass die Testdurchführung strukturiert, effizient und nachvollziehbar abläuft.
Je gründlicher die Testrealisierung geplant und umgesetzt wird, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse in der Testdurchführung – und desto schneller können Fehler erkannt, priorisiert und behoben werden.
Weiterführende Links
https://de.wikipedia.org/wiki/Softwaretest
https://glossary.istqb.org/de_DE/term/testrealisierung
FAQ
Was versteht man unter Testrealisierung?
Die Testrealisierung beschreibt die Phase im Testprozess, in der geplante Tests konkret umgesetzt werden. In der Praxis bedeutet das: Testfälle werden ausgearbeitet, automatisierte Tests implementiert und notwendige Testdaten sowie Testumgebungen vorbereitet.
Welche Aufgaben gehören zur Testrealisierung?
Zur Testrealisierung zählen unter anderem:
- Erstellung und Verfeinerung von Testfällen
- Implementierung automatisierter Tests
- Einrichtung von Testumgebungen und Testdaten
- Vorbereitung von Testskripten und Testläufen
In Projekten zeigt sich, dass eine saubere Testrealisierung entscheidend für die spätere Testdurchführung ist.
Wie unterscheidet sich Testrealisierung von Testplanung?
Während die Testplanung festlegt, was, wann und wie getestet wird, geht es in der Testrealisierung um die konkrete Umsetzung. Hier wird aus Theorie praktisch nutzbarer Testcode und dokumentierte Testfälle.
Welche Tools kommen in der Testrealisierung zum Einsatz?
Je nach Projekt nutze ich in der Testrealisierung unterschiedliche Tools, zum Beispiel WebdriverIO, Playwright oder Postman. Ergänzend kommen Testframeworks, Assertion Libraries und CI-Systeme zum Einsatz.
Warum ist eine strukturierte Testrealisierung so wichtig?
Eine gut strukturierte Testrealisierung sorgt dafür, dass Tests wartbar, verständlich und erweiterbar bleiben. Aus Erfahrung spart sie langfristig Zeit, reduziert Fehlinterpretationen und verbessert die Qualität der Testergebnisse deutlich.