Performance ist längst kein Nice-to-have mehr. Nutzer erwarten schnelle Ladezeiten, stabile Systeme und zuverlässige APIs – auch unter hoher Last. Genau hier setzt Gatling an. Gatling ist ein leistungsstarkes Open-Source-Tool für Last- und Performance-Tests moderner Webanwendungen.
In diesem Beitrag möchte ich Gatling genauer unter die Lupe nehmen und Dir verraten, was Gatling ist, wofür es eingesetzt wird und welche Vorteile es bietet.
Was ist eigentlich Gatling?
Gatling ist ein Open-Source-Tool für Load-, Stress- und Performance-Tests, das speziell für Webanwendungen und APIs entwickelt wurde. Es basiert auf Scala und nutzt ein asynchrones, nicht-blockierendes Architekturmodell.
Dadurch kann Gatling mit vergleichsweise wenig Hardware tausende bis hunderttausende virtuelle Nutzer simulieren – ein klarer Vorteil gegenüber vielen klassischen Performance-Testing-Tools.
Geschichte der Firma
Gatling wurde 2012 von Stéphane Landelle entwickelt und basiert auf Scala sowie Netty. Zur weiteren professionellen und kommerziellen Entwicklung gründete Landelle 2015 die Firma Gatling Corp mit Sitz in der Nähe von Paris. Ein Jahr später wurde mit Gatling Enterprise eine kommerzielle Variante vorgestellt, die unter anderem Funktionen für Testorchestrierung und Zusammenarbeit im Team bietet. Das Tool wurde mehrfach im ThoughtWorks Technology Radar empfohlen und verzeichnete laut Hersteller bis 2024 mehr als 20 Millionen Downloads.
Dort kommt Gatling zum Einsatz
Gatling wird in der Praxis für unterschiedliche Performance-Szenarien eingesetzt:
- Lasttests (Load Testing)
Wie verhält sich das System bei normaler bis hoher Nutzerlast? Mehr dazu in diesem Beitrag: Lasttests > - Stresstests (Stress Testing)
Wo liegen die technischen Grenzen der Anwendung? - Spike-Tests
Wie reagiert das System auf plötzliche Lastspitzen? - API-Performance-Tests
Testen von REST- und GraphQL-APIs unter realistischen Bedingungen - Performance-Regressionstests
Sicherstellen, dass neue Releases keine Performance-Verschlechterungen verursachen
Darum ist Gatling so beliebt
Hohe Performance und Effizienz
Dank seines asynchronen Modells erzeugt Gatling sehr viele Requests bei geringem Ressourcenverbrauch. Dadurch lassen sich auch umfangreiche Lasttests kosteneffizient durchführen.
Aussagekräftige Reports
Nach jedem Testlauf erstellt Gatling automatisch übersichtliche HTML-Reports mit unter anderem:
- durchschnittlichen und maximalen Response-Zeiten
- Perzentilen (z. B. p95, p99)
- Throughput (Requests pro Sekunde)
- Fehlerraten
- zeitlichen Verläufen
Diese Reports eignen sich sowohl für technische Teams als auch für Stakeholder.
Realistische Testszenarien
Mit Gatling lassen sich komplexe Nutzerabläufe realitätsnah abbilden, zum Beispiel:
- Login- und Authentifizierungsprozesse
- Token-basierte APIs
- Abhängige Requests
- Dynamische Testdaten und Session-Handling
Ideal für CI/CD-Pipelines
Gatling lässt sich problemlos in CI/CD-Pipelines integrieren, z. B. mit:
- Jenkins
- GitHub Actions
- GitLab CI
So werden Performance-Probleme frühzeitig erkannt – noch bevor sie in Produktion gehen.
Im Folgenden ein paar Beispiele, wie die Reports von Gatling aussehen können:

Gatling im Vergleich zu klassischen Performance-Tools
| Kriterium | Gatling | Klassische Tools |
|---|---|---|
| Architektur | Asynchron | Meist synchron |
| Ressourcenverbrauch | Gering | Hoch |
| Reporting | Modern & interaktiv | Oft veraltet |
| API-Fokus | Sehr gut | Eingeschränkt |
| CI/CD-Integration | Sehr gut | Teilweise |
Für wen ist Gatling geeignet?
Gatling eignet sich besonders für:
- QA- und Testautomatisierungs-Ingenieure
- Backend- und API-Entwickler
- DevOps- und Plattform-Teams
- SaaS-Unternehmen mit wachsender Nutzerzahl
- Projekte mit Microservices-Architektur
Grundkenntnisse in Scala sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Alternativ kann der Gatling Recorder genutzt werden, um Requests aufzuzeichnen.
Gatling Open Source vs. Gatling Enterprise
Gatling Open Source eignet sich ideal für Einzelprojekte, Entwickler und kleinere Teams.
Gatling Enterprise bietet zusätzliche Funktionen wie:
- zentrale Testverwaltung
- verteilte Lastgeneratoren
- erweiterte Dashboards
- Benutzer- und Rollenmanagement
Fazit
Gatling ist ein leistungsstarkes Tool für moderne Performance-Tests – insbesondere für API-zentrierte Anwendungen, Cloud-Systeme und CI/CD-getriebene Projekte. Wer Performance als festen Bestandteil der Qualitätssicherung etablieren möchte, findet in Gatling eine robuste und zukunftssichere Lösung.
Weiterführende Links
FAQ
Was ist Gatling und wofür wird es eingesetzt?
Gatling ist ein Open-Source-Tool für Last- und Performance-Tests, das vor allem für Webanwendungen und APIs eingesetzt wird.
Welche Arten von Tests lassen sich mit Gatling umsetzen?
Mit Gatling lassen sich Load-Tests, Stress-Tests, Spike-Tests sowie Performance-Tests für REST- und GraphQL-APIs durchführen.
Warum ist Gatling bei modernen Projekten so beliebt?
Gatling arbeitet asynchron, ist sehr ressourcenschonend und liefert aussagekräftige HTML-Reports. Dadurch lassen sich auch hohe Lasten realistisch simulieren, ohne große Infrastruktur zu benötigen.
Wie unterscheidet sich Gatling von JMeter?
Im Vergleich zu JMeter benötigt Gatling deutlich weniger Ressourcen und bietet modernere Reports sowie eine bessere CI/CD-Integration.
Eignet sich Gatling für End-to-End-Tests?
Nein, Gatling ist kein End-to-End-Testtool. Es konzentriert sich auf Performance- und Lasttests. Für funktionale E2E-Tests werden Tools wie Playwright oder Cypress eingesetzt.